oOo _da.. dort.. hier…_ oOo

Veröffentlicht: 07/12/2010 in die wunderbare Welt der Mia
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Da liege ich nun. Hier. Und nur da. Denn woanders kann ich grad nicht sein, denn ich bin hier. Jetzt. Nicht gestern, nicht morgen.
Gestern war alles anders. Noch vor ein paar Minuten war alles anders, aber dann entschied jemand, dass mein jetzt mein gleich wird. Und mein gleich kein später.

Also liege ich hier nun. Nicht alleine, aber irgendwie doch.
Ich liege hier und warte. Warte genommen zu werden.
Versuche die wenigen Minuten zu geniessen, bevor ich genommen werde. Auserwählt sozusagen.

Werde ich „auserwählt“ weil ich besser bin als die anderen?
Hübscher? Anders?
Was habe ich bisher gemacht?

Ich habe meine ganze Zeit rumgelegen. Und nun, kurz vor dem Ende tue ebenfalls.
Rumliegen. Das ist meine Bestimmung.
So sein wie alle anderen. Das ist meine Bestimmung.

Da.. Es kommt.. Ich spüre es. Es wird kälter um mich herum.
Ich rutsche.. Rutsche ins nichts und komme zum stoppen.
Aber es schmerzt nicht. Es ist einfach so.

Ich liege hier in einer Art Suppe. Rot. Rot wie Blut.
Stellvertrend für das Blut das ich nicht habe. Alleine. Fast zumindest.

Das Ende kommt auch auf mich zu. Wie auf die anderen, denn ich bin nicht alleine.
Immer wieder stößt sie zu. Hart. Erbarmungslos. Regelmäßig. Gefühllos.
Immer wieder. Mal wird einer genommen, mal zwei. Aber nie mehr. Man will es ja nicht übertreiben.

Da!
Da war es. Das Ende. Es hat mich verschont. Ich bin fast ganz alleine.

Kurz ist Ruhe. Ich atme auf. Fühle mich gut.
Fühle mich wie ein Sieger! ICH habe überlebt! ICH.
Möchte schreien. Habe keine Stimme.
Möchte tanzen. Habe keine Beine.
Möchte die Hände zum Himmel heben. Habe keine Hände.
Möchte mich freuen. Habe kein Gesicht.
Wie die anderen auch nicht.

Es wackelt. Es beginnt von neuem.
Ich weiß, dass es gleich zu Ende ist. Ich habe keine Angst.
Ich weiß was kommen wird.

Alleine bin ich nun. Als letzter übrig geblieben.
Auserwählt.
Keiner kann mich mehr retten. Sie wird mich nicht verschonen.
Warum sollte sie auch.
Bin nichts besonderes. Bin nicht rettenswert. Bin so wie alle anderen auch die genommen wurden. Die auch auserwählt waren. Früher nur als ich.

Und nun.. Was tu ich nun?
Ich wimmere nicht. Habe keinen Mund.
Ich weine nicht. Habe keine Augen.
Bin nicht traurig. Habe keine Gefühle.
..eigentlich..
Bettel nicht. Habe keine Stimme.
Freu mich nicht. Habe kein Gesicht.
Sehe nicht. Habe keine Augen.
Fühle nicht. Habe keinen Körper.
..eigentlich..

Es kommt. Ich weiß es.
Spüre es am Luftzug. Messe es an der Einsamkeit.
Näher kommt mein Tod.

Sticht zu. Erbarmungslos.
Nimmt mich. Hebt mich an. Führt mich ein.
Zerfleischt mich. Beißt mich. Frisst mich.
Zermatert das was ich nicht habe.
Meinen Körper, meinen Kopf, mein Leben.

Und nun?
Das Ende .. es ist mein jetzt, war mein eben.
Ich liege wieder rum in Magensäften. Neben meinen Freunden.
Die alle sind wie ich.
Die alle starben wie ich.
Im vorhin, im eben.

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