oOo _ Schönheit _oOo

Veröffentlicht: 16/04/2011 in Beobachtungen, Festgestellt
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Meisen, die in den Ästen sitzen und nach Insekten picken.
Wolken, die schwerelos vor sich hinfüchten.
Raben, die von den Dächern der Städte schreien und damit sagen „Hier bin ich. Das ist alles meins!“.
Die Sonne, die durch durch die Baumkronen zwängt und dich blendet.
Unter einem Baum stehen und hören, wie die Blätter eins der schönsten Geräusche der Welt von sich geben.

Schönheit.. ©transCam/flickr.com

Schönheit.. ©transCam/flickr.com

Wie schön war es einst sich mit einem geliebten Menschen auf eine Wiese fallen zu lassen, die Nase in den Himmel zu strecken und solange die Wolken zu beobachten bis einem schwindelig wurde. So lange, bis man selbst abgehoben und eins geworden ist mit dem weißen, unereichbarem Flausch.

Über Männer meckern als man noch gar keine Probleme mit den Kerlen hatten sondern nur dachte das es welche sind, weil man noch keine Ahnung hatte wie blöd die Liebe sein kann. Wie sehr sie einem in’s Gesicht treten kann. Und als man noch nicht wusste wie sich echte, aufrichtige Liebe anfühlen kann.

Wie schön ist die Stille.
Die Stille, die alles auffrisst. Die ganz plötzlich da ist, einen einhüllt, einlullt und dann ganz Besitz von einem ergreift. Man steht so da, spürt, dass sich etwas verändert hat. Begreift dann, dass es das nichts ist. Kein Lufthauch raschelt vor sich hin, kein knistern ist zu hören. Sie greift sich deine Gedanken, trägt sie fort und lässt dich nur noch ruhen. Packt deine Seele und lässt dich aufatmen.

Geruch verbrannten Holzes.
Wie wundervoll ist das? Für Geruchsmenschen wie mich ist es einer der besten Gerüche auf der Welt. Schwirrt kilometerweit durch die Welt, legt sich in Haaren und Klamotten nieder. Wird von dir mit zu anderen Orten getragen und schlussendlichs nach Hause. Der Geruch von Freiheit verbreitet sich in den eigenen 4 Wänden und verblasst nur langsam.

Wie schön war es, als die Gedanken sich um Kleinigkeiten drehten die ihrerzeit die Welt bedeuteten.
Wo gibt’s die günstigsten BonBons, wer hat die coolsten Sticker und sieht man sich in den Ferien … Fragen über Fragen, gestellt aus Kindermündern, die so unwichtig und doch so elementar waren.

Wie einfach war das Leben als es den Weihnachtsmann und den Osterhasen noch gab.
Und wie schwer war es zu begreifen, dass die Menschen, die einen angeblich am meisten lieben einen über viele Jahre angelogen hatten. Die erste Lektion im Leben eines Kindes: Lügen. Auch, wenn man das Wort noch nicht begreifen kann.

Heimlich die Bravo lesen und von Problemen erfahren, die man einfach nur igittigitt fand
Versteckt die Köpfe zusammenstecken, blätter, lesen, sich beäumeln. Die tollen Boygroups ala N’Sync, den Backstreet Boys, Caught in die Act oder Take That anschmachten. Das rascheln der Bravo habe ich immer noch in den Ohren. Dazu unser kichern, ernste Gespräche über den Inhalt der ganzen Zeitschrift die die Welt bedeuteten.

Husch, husch zum Kiosk in der Pause.
Lachen, Adrenalin und immer das Gefühl des nicht-wissens. Vorbei am Lehrerzimmer, immer brav geduckt (was total sinnlos war, aber es gehörte zum jugendlichen Leichtsinn zu denken, man könne die Lehrer verarschen) und dann husch husch ein Kratzeis gekauft. Woher das kam, wollten die Lehrer wissen. „Hat mir ein Freund mitgebracht“, war die allseits verwendete Antwort. Uns Kindern war egal was hätte passieren können und das keiner für den Schaden bezahlt hätte, wäre uns was passiert. Wir waren jung, wir waren frei, wir waren Sorgenlos und wild.

Und jetzt? Sind wir alle erwachsen. Nicht alt, aber nicht mehr jung. Frei und doch gebunden, auf keinen Fall mehr Sorgenlos..aber auf jeden Fall noch ein bisschen wild.

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