Hormonophobie

Veröffentlicht: 04/07/2013 in Gedanken
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.. Da haben wir Angst, uns zu verlieben. Doch allein sein wollen wir auch nicht.

© Doug88888 / flickr.com

Die Evolution des 21.Jahrhunderts diktiert Gefühle © Doug88888 / flickr.com

Angst vor Gefühlen, die unseren Verstand aussetzen lassen, die Prioritäten verschieben wie die Teile von Schiebepuzzlebildern. Feelings, die uns merklich dumm werden lassen – auf die nette Art wohlgemerkt. Wir wissen nicht mehr wie wir heissen und was unsere Aufgabe im Leben ist.
Dieses Unbennbare, leichte und Ungreif- und Unfassbare, was uns ein Dauerhappyaussehen verleiht, sodass wir aussehen wie die Grinsekatze aus Alice im Wunderland.

Doch das wollen wir nicht. Fallenlassen, happysein, intime Gedanken austauschen, Liebe fühlen. Macht nämlich verletzbar. Das ist scheiße.

Ein paar Hormone, die unser Leben umwerfen?
Viel zu weit entwickelt sind wir dafür!

Ehe? Ein scheinbar mittlerweile überholtes Modell einer Generation, die nie im Leben von Facebook geträumt hätte. Deren soziale Zusammenkunft der Fall der Mauer war.

Die Evolution des 21.Jahrhunderts diktiert Gefühle weg, erklärt sie indirekt als Missstand. Wir erleben die 60’er Jahre neu.

Facebook, Twitter und Instagram zeigen, wie viel Auswahl an Bessermenschen es gibt, wie viel tolle Orte die versmogte Welt zu bieten hat und das überall Glück gefunden werden kann, weil überall die Träume der Träume ihre Erfüllung finden.

Leben, Liebe und Arbeit wird zu Reisen, Ficken und jobben. Überall und doch nirgendwo.

Und die, die keine Hormonophobie haben, müssen sich anstrengen.

Sich anstrengen, den anderen nicht Hormonophoben zu erklären, dass es nicht schlimm ist, zu fühlen.
Dass es Spaß machen kann, treu zu sein und man das so will.

Sie müssen versuchen, die eigene kleine Welt zu einem besseren Ort zu machen und nicht überall hinzugehen, wo das Glück zum mitnehmen am Kiosk als „Give-away“ bereit liegt und zu verschwinden, wenn andere schneller zugegriffen haben. Auf kleinstem Raum das aufbauen, leben und lieben, was andere in der großen weiten Welt suchen. Und vielleicht niemals finden, weil sie nicht geduldig genug sind.

Beides hat seine Berechtigung. Treffen sie aber zusammen, knallt wie ein Sommergewitter.
Bis sie den Kampf ausgetragen haben und wieder Platz für Leben lassen. Wenn sie erkannt haben, dass es kein „Du und ich“, sondern ein „Wir“ geben kann. Wie auch immer das aussieht.

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