Mit ‘5 vor 12’ getaggte Beiträge

… Laute …

Veröffentlicht: 08/12/2013 in Gedanken, Herz/Kopf-Geschichten
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Bunte Blinklichter, die die Sinne verwirren. Musik, die Ohren betäubt. Gerüche, die verlocken.

Seele, die lauter schreit, als all das.
Die um Hilfe bittet, um Gehör schreit. Untergehend in der Spaßmasse, die fressen, saufen und Geld verzocken und verzücken.

Zwischen Verführung und Unwichtigkeit des Ganzen und des Halben. Zerrissen- und Zufriedenheit in einer Brust.
Tränen, die nicht geweint werden sollen und dürfen.

„You’re beautiful“ kreischt es aus den Boxen, doch beautiful ist hier garnichts. Seele fühlt sich fehl am Platz, fühlt sich halb.

Sie watet durch ein Tal von Erinnerungen, die süßlich flüstern „weißt du noch? Guck mal hier…“.
Zusammen am Feuer, aufgeregt, so anders, so gut. Heute allein am Feuer, aufgeregt, so anders, so verflucht beschissen.

Der Geschmack dieses Hiers ist nicht köstlich-fluffig, sondern bitter-süß. Wie ein roter Apfel, von innen vergoren.

Und so schreiten alle hier Schritt für Schritt.
Mit und in Gedanken, auf der Suche nach irgendwas, vom dem sie selbst vielleicht nicht wissen.

Und ich mittendrin. Aber ich weiss es. Klarer als je zuvor.

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Hormonophobie

Veröffentlicht: 04/07/2013 in Gedanken
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.. Da haben wir Angst, uns zu verlieben. Doch allein sein wollen wir auch nicht.

© Doug88888 / flickr.com

Die Evolution des 21.Jahrhunderts diktiert Gefühle © Doug88888 / flickr.com

Angst vor Gefühlen, die unseren Verstand aussetzen lassen, die Prioritäten verschieben wie die Teile von Schiebepuzzlebildern. Feelings, die uns merklich dumm werden lassen – auf die nette Art wohlgemerkt. Wir wissen nicht mehr wie wir heissen und was unsere Aufgabe im Leben ist.
Dieses Unbennbare, leichte und Ungreif- und Unfassbare, was uns ein Dauerhappyaussehen verleiht, sodass wir aussehen wie die Grinsekatze aus Alice im Wunderland.

Doch das wollen wir nicht. Fallenlassen, happysein, intime Gedanken austauschen, Liebe fühlen. Macht nämlich verletzbar. Das ist scheiße.

Ein paar Hormone, die unser Leben umwerfen?
Viel zu weit entwickelt sind wir dafür!

Ehe? Ein scheinbar mittlerweile überholtes Modell einer Generation, die nie im Leben von Facebook geträumt hätte. Deren soziale Zusammenkunft der Fall der Mauer war.

Die Evolution des 21.Jahrhunderts diktiert Gefühle weg, erklärt sie indirekt als Missstand. Wir erleben die 60’er Jahre neu.

Facebook, Twitter und Instagram zeigen, wie viel Auswahl an Bessermenschen es gibt, wie viel tolle Orte die versmogte Welt zu bieten hat und das überall Glück gefunden werden kann, weil überall die Träume der Träume ihre Erfüllung finden.

Leben, Liebe und Arbeit wird zu Reisen, Ficken und jobben. Überall und doch nirgendwo.

Und die, die keine Hormonophobie haben, müssen sich anstrengen.

Sich anstrengen, den anderen nicht Hormonophoben zu erklären, dass es nicht schlimm ist, zu fühlen.
Dass es Spaß machen kann, treu zu sein und man das so will.

Sie müssen versuchen, die eigene kleine Welt zu einem besseren Ort zu machen und nicht überall hinzugehen, wo das Glück zum mitnehmen am Kiosk als „Give-away“ bereit liegt und zu verschwinden, wenn andere schneller zugegriffen haben. Auf kleinstem Raum das aufbauen, leben und lieben, was andere in der großen weiten Welt suchen. Und vielleicht niemals finden, weil sie nicht geduldig genug sind.

Beides hat seine Berechtigung. Treffen sie aber zusammen, knallt wie ein Sommergewitter.
Bis sie den Kampf ausgetragen haben und wieder Platz für Leben lassen. Wenn sie erkannt haben, dass es kein „Du und ich“, sondern ein „Wir“ geben kann. Wie auch immer das aussieht.


Die Zeit rinnt, rinnt, rinnt.

Kurz zurück geblickt und sich schon sagen hörend „das ist schon 10 Jahre her“.

© Robert Lemos/flickr.com

© Robert Lemos/flickr.com

Nicht mehr 17, mit Träumen, wie das Leben lebenswert wird, sondern 27, mit Wünschen, wie das Leben lebenswerter hätte sein können.
Nicht mehr am Anfang, nicht am Ende und zu weit von beidem weg.

Feststeckend, mit beiden Händen auf der Erde und den Füßen in der Luft. Kopf schwirrend, sich drehend, sich wendend.
Zu spät, etwas aus sich zu machen, zu früh um aufzugeben.

Die Zeit, die rinnt und mit dem nächsten Augenaufschlag ist nichts mehr so, wie es gerade eben noch war. Wenige Blicke können das Leben verändern. Manche Momente können den Blick verändern. Der Blick, der sich stets ändert, gerade so, wie und wo unsere Beine in der Luft hängen und die Hände den Boden berühren. Freunde und Feinde, die uns drehen, die uns in die Luft gehen lassen und in die Realität zurückholen.

Zeit. Was ist Zeit. Ein Individuum, welches über allem steht.
Sie steht so da und eigentlich gibt es sie nicht. Von der Natur gemacht, vom Menschen definiert. Eingepfercht in so wenig Zeit ist die Zeit. Nur 24 Stunden hat die Zeit die Gelegenheit die Erde zu drehen und die dunklen Orte zu erleuchten und die hellen zu verdunkeln.

Die Zeit, sie läuft. Das einzige Tier, welches stetig in Bewegung ist und nie zur Ruhe kommt. Wenn es 5 vor 12 ist, dann bleibt die Zeit nicht einfach stehen. Sie rennt weiter, unerbittlich, niemals müde. Die Zeit kann der Zeit etwas anhaben. Kein Zeitmesser der Welt, auch Uhr genannt, wird immer schön bleiben.

Wird kratzig, hat seine Aussetzer, tickt einen Ticken lauter.
Die Zeit ist schon ein Arschloch. Und wir sind die Größten, denn wir nutzen unsere Zeit zu intensiv oder zu passiv. Und irgendwann stehen wir da und schauen uns die vergangene Zeit an und wundern uns. Wundern uns über Getanes, aber vielmehr über Geträumtes. Weil der Zeitpunkt der Zeit nicht passte, weil wir uns nicht fügen wollten. Und wir gucken so in die Zukunft und denken uns „jetzt ist es zu spät.“. Hätten wir doch nur mehr Zeit für die Zeit.